Aquarell, Airbrush, Filz- und Aquarellstifte, A4, 2021

Benjamin Welke, der Spieler des abgebildeten Charakters erzählt! =)

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Der Hesindegeweihte Hexander ya Lionessa ist mein am häufigsten gespielter und für mich wichtigster LARP-Charakter. Einen Einsatz am Tisch hatte er bisher nicht und ist auch nicht geplant. Entstanden ist er „erst“ vor fünf Jahren, auch wenn es sich so anfühlt, als würde ich ihn seit Ewigkeiten spielen. Dementsprechend war es eine großartige Überraschung von meiner Frau, mir ein Portrait von ihm zum vierzigsten Geburtstag zu schenken.

Geschaffen wurde Hexander, als ich nach der dritten Veranstaltung in der LARP-Reihe Collegium Magicae vom NSC (Nicht-Spieler-Charakter) zum SC (Spieler-Charakter) gewechselt habe. Nachdem ich keinen passenden Charakter für das Setting einer Magierakademie hatte, wollte ich mir extra hierfür einen erstellen. Einen weiteren Magier wollte ich nicht bei den zum größten Teil phantastisch ausgestatteten und bespielten Magier*innen spielen. Auch die anderen Zauberwirker sind aus diversen Gründen weggefallen. Und so bin ich nach längerem Grübeln beim Hesindegeweihten gelandet. Das hätte ich wahrscheinlich auch einfacher haben können, da ich zu LARP-SL Zeiten schon den Namen „SL Hesinde“ abbekommen hatte. Und der Rest ist Geschichte.

Die Gewandung hat Anna von Angemessen entworfen und geschneidert, nachdem ich ihr nur die Schlagworte: „Liebliches Feld“, „Wickelgewand“, „Kopftuch“ und „Alltagskleidung eines Hesindegeweihten“ zugeworfen habe. Und dabei hat sie meine Erwartungen mehr als übertroffen. Nach dem Bild von Mia wird nun auch der abgebildete Mantel fällig, von dem ich bis dato nicht wusste, dass ich ihn soooo dringend brauche.

Kurz zum Charakter:

Der Heimattempel von Hexander, die Hallen der Weisheit, liegt in der Stadt, in der er aufgewachsen ist: Kuslik. Der Studienschwerpunkt des ambitionierten Theologen/Historikers/Linguisten liegt hauptsächlich auf dem Wandel der Götter(-verehrung) über die Zeiten hinweg, beflügelt durch Forschungsreisen in die tulamidischen Gefilde und die Unterwelt Bosparans. Insbesondere Hesinde liegt dabei im Fokus, deren Hauptaspekte für ihn neben dem Wissen und der Weisheit auch der Wandel und nicht zuletzt, sondern vor allem das Streben nach Perfektion ist.

Bei seinen Recherchen in den uralten Ruinen und Städten des Alten Reichs sowie in der größten Bibliothek Aventuriens (in seinem Heimattempel) kratzte Hexander hier und da an häretischem Gedankengut, das er interessiert aufsog. Für die Lehre hat er bisher wenig Zeit gefunden, wenngleich er aufgrund der aktuellen Ausgrabungen gute Kontakte zur Universität in Methumis pflegt. Für Magietheorie hat er wenig Interesse (oder Talent) und beherrscht diese auch nur rudimentär.

Persönlich entspricht der Mann wenig dem Klischee eines Bücherwurms. Die Politik und das Ränkeschmieden, zu dem er sich durch seine (klein-)adelige Herkunft und die Zugehörigkeit zur Staatsreligion verpflichtet fühlt, betreibt er mit Hingabe und Eifer. Aus dem Erbfolgekrieg hielt er sich durch ausgedehnte Reisen wohlweislich heraus, wenngleich er grundsätzlich den Ansätzen der Aldarener (und Abelmir von Marvinko) nahestand. Al’Anfa hat sich als sein Lieblingsfeindbild herauskristallisiert. Dies jedoch nicht aufgrund des Glaubens, sondern politischer Differenzen mit dem überaus nationalstolzen Liebfelders. Auch sonst mischt er sich gerne unter die Menschen, vernetzt sich sozial und schlängelt sich in verantwortungsvolle Positionen.

Einen prestigeträchtigen Aufschwung erfuhr seine Karriere, als sein Schicksal mit dem Fund einer Borbarad zugeordneten Kanope mit namenlos-daimonoiden Inhalt im Honinger Land verwoben wurde. Die Erkenntnisse, die darüber gewonnen wurden, das Verbringen des vollständigen Gefäßes samt Inhalt zur Halle der Weisheit sowie seine bis dato verfassten Thesen und Schriften, die in Zeiten des Karmakorthäons aufgrund des Forschungsschwerpunkts besonders von Nutzen sein dürften, versetzten der Karriere den nötigen Impuls um ihn vom Mentor- in den Magisterrang zu heben. Und hier soll nach seiner Ansicht nicht Schluss sein, weswegen er versucht, die notwendigen Kontakte zu knüpfen. Allgemein kann der Geweihte eher den Pastori, denn den Satori zugeordnet werden.

Derzeit ist Hexander im Auftrag der Hesindekirche mit diversen Sonderaufträgen in wechselnden Gruppenzusammensetzungen in Mitttelaventurien unterwegs, die ihn unweigerlich in die Geschichten von uralten Artefakten, häretischen Logen, wetteifernden Drachen und verschollenen Familienmitgliedern verwickelt haben. Das Wissen, das er mitbrachte, war jeweils unschätzbar, wenngleich sein Geist immer mehr zu leiden und sein Griff zu Feuerschlickprodukten sich zu häufen beginnt.